
Am 3. August ist Tag der Wassermelone – genau in der Zeit, in der sie an jedem Marktstand stapelweise liegt. Aber rund um die Frucht kursieren mehr Halbwahrheiten als bei fast jedem anderen Sommer-Klassiker. Zeit, vier hartnäckige Mythen zu checken.

Mythos 1: "Wassermelone ist nur Wasser, bringt also nichts"
Falsch, und zwar deutlich. Ja, sie besteht zu über 90 % aus Wasser – das macht sie zum effizientesten natürlichen Durstlöscher im Sommer. Aber sie liefert gleichzeitig mehr Lycopin als jede andere Frucht, sogar mehr als rohe Tomaten. Das rote Antioxidans ist für die kräftige Farbe verantwortlich und wird beim Reifeprozess der Melone kontinuierlich eingelagert – je röter das Fruchtfleisch, desto höher der Lycopin-Gehalt. Dazu kommt Citrullin, eine Aminosäure, die im Körper zu Arginin umgewandelt wird und die Durchblutung fördert – kein Wunder, dass Wassermelonensaft in manchen Fitness-Kreisen als natürlicher "Pre-Workout" gehandelt wird.
Mythos 2: "Die Kerne sollte man auf keinen Fall essen"
Kompletter Irrglaube, hält sich aber hartnäckig aus Kindertagen ("sonst wächst dir eine Melone im Bauch"). Wassermelonenkerne sind essbar, geröstet sogar ein beliebter Snack in Teilen Asiens und Afrikas – sie liefern Magnesium, Eisen und gesunde Fette. Einzige Ausnahme: Wer besonders empfindlich reagiert, sollte große Mengen roher, ungekauter Kerne meiden, weil sie unverdaut den Darm passieren. Gefahr geht von ihnen aber keine aus.
Mythos 3: "Je süßer, desto reifer – Zucker ist der beste Indikator"
Nur bedingt hilfreich, weil man den Zuckergehalt von außen ja nicht schmecken kann. Verlässlicher sind drei einfache Checks:
- Klopftest: Ein hohler, dumpfer Klang deutet auf eine reife Melone hin – klingt sie hell und hart, ist sie meist noch unreif.
- Feldfleck: Der gelbliche Fleck an der Unterseite (dort, wo die Melone auf dem Boden lag) sollte kräftig gelb-orange sein, nicht weiß.
- Gewicht: Reife Melonen fühlen sich für ihre Größe überraschend schwer an – ein Zeichen für hohen Wassergehalt und damit meist auch für mehr Süße.
Mythos 4: "Wassermelone gehört nur in den Obstsalat"
Absolut nicht – und wer das noch glaubt, verpasst die besten Sommer-Kombinationen:
- Wassermelonen-Feta-Salat mit Minze und Limette – der Klassiker aus der griechischen Küche, süß trifft salzig
- Gegrillte Wassermelone mit einer Prise Salz und etwas Chili – die Grillhitze karamellisiert die Fruchtzucker und bringt eine völlig neue Textur
- Wassermelonen-Gazpacho als kalte Suppe für heiße Tage, verfeinert mit Gurke und rotem Pfeffer
- Wassermelonen-Limonade mit frischem Ingwer und Minze, gemixt und passiert
Wer die Wassermelone noch nie gegrillt hat: Dicke Scheiben, kurz von beiden Seiten auf dem heißen Rost, bis Röstaromen entstehen. Zusammen mit Feta und Kräutern ein Sommer-Snack, der jeden überrascht, der ihn zum ersten Mal probiert.

Woher kommt eigentlich unsere Wassermelone?
Ursprünglich stammt die Wassermelone aus dem nordöstlichen Afrika, wo wilde Vorfahren schon vor über 4.000 Jahren in Ägypten kultiviert wurden – Samen wurden sogar in Pharaonengräbern gefunden. In Deutschland wird sie mittlerweile regional angebaut, etwa in Rheinland-Pfalz und Brandenburg, auch wenn der Großteil weiterhin aus Spanien und Italien importiert wird. Die deutsche Freilandsaison liegt zwischen Juli und September – kurz, aber intensiv.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Wassermelonenschale essen? Ja – die weiße Schicht direkt unter der roten Frucht ist essbar und wird traditionell eingelegt oder zu Chutney verarbeitet, etwa in der amerikanischen Südstaatenküche.
Wie lagert man eine angeschnittene Wassermelone am besten? Luftdicht abgedeckt im Kühlschrank, maximal 3–4 Tage. Ganze, ungeschnittene Melonen halten sich bei Zimmertemperatur bis zu zwei Wochen.
Warum schmeckt gekühlte Wassermelone besser? Kälte unterdrückt bittere Aromastoffe leicht und verstärkt das Süßeempfinden – ideal ist eine Kerntemperatur von etwa 10 °C, also einige Stunden im Kühlschrank vor dem Anschneiden.
Ist Wassermelone für Diabetiker geeignet? In Maßen ja. Sie hat zwar einen hohen glykämischen Index, aber wegen des hohen Wassergehalts eine niedrige glykämische Last pro Portion – der Blutzuckeranstieg fällt bei normalen Portionsgrößen moderat aus.
Schau auch in den Saisonkalender für August – dort siehst du, welche anderen Früchte und Gemüse gerade Hochsaison haben.