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Rezept · Herbst

Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren

Von Johann··Aktualisiert am

Wer deutsches Sauerkraut aus der Dose kennt, hat keine Ahnung, wie Sauerkraut schmecken kann: Kwaschenaja Kapusta ist die lebendige, knackige Ursprungsform der Fermentation. Im Oktober, nach dem ersten leichten Frost, wenn der Weißkohl besonders süß und saftig war, holten die Wolgadeutschen die meterlangen hölzernen Krauthobel aus dem Speicher. Zentnerweise wurde das Kraut in Holzfässer oder Steinguttöpfe gehobelt. Der russische Stil unterscheidet sich grundlegend vom deutschen: Es kommt kein Wein, kein Essig und kein Wasser ins Fass! Das Kraut wird ausschließlich mit Meersalz und leuchtend orangen Karottenraspeln so lange mit den Fäusten oder einem Holzstampfer gestampft, bis der eigene Zellsaft das Kraut vollkommen bedeckt. Nach drei Tagen warmer Fermentation, bei der man das Kraut täglich ansticht, um Gärgase entweichen zu lassen, wandert das Kraut in die Kälte. Es bleibt schneeweiß, knackt beim Hineinbeißen wie frischer Kohl und schmeckt himmlisch mild-säuerlich.

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Küche
Russlanddeutsch
Geeignet für
Vitaminbombe im Winter, Beilage zu Fleisch, Basis für Schtschi
Haltbarkeit
Im kühlen Keller oder Kühlschrank 4 bis 6 Monate haltbar.
Vorbereitung
40 Min
Zubereitung
0 Min
Gesamt
40 Min
Portionen
12
Schwierigkeit
Einfach
Ferment-KultVeganProbiotischWinter-Vorrat Hauptzutat: Weißkohl Russlanddeutsche Küche Vegane Rezepte
Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren
Zutaten
Portionen
12
Zutaten
Weißkohl (feste, saftige Köpfe)2 kg
Möhrengrob gerieben200 g
Reines Meersalz oder Steinsalz (unjodiert)exakt 2%40 g
Lorbeerblätter3 Stk
Schwarze Pfefferkörner8 Stk
Preiselbeeren oder Cranberries (optional)50 g

Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren zubereiten — wie zu Hause

1
Kohl hobeln & Möhren reiben
Die äußeren Blätter des Kohls entfernen und beiseitelegen. Den Kohl vierteln, den Strunk herausschneiden und das Kraut in 2 mm feine Streifen hobeln. Möhren grob raspeln.
20 Min
2
Stampfen bis Saft fließt
Den Kohl mit den Möhren und dem Salz in eine große Wanne geben. Mit beiden Händen 5–8 Minuten kräftig durchkneten und drücken, bis reichlich Pflanzensaft austritt.
Der Saft muss zwischen den Fingern hindurchspritzen!
10 Min
3
Einschichten & Beschweren
Kohl samt Saft lagenweise in ein großes Gärglas oder einen Gärtopf schichten, dabei Lorbeer und Pfefferkörner dazwischenlegen. Jede Schicht mit der Faust fest einpressen. Die beiseitegelegten ganzen Kohlblätter oben auflegen. Mit einem sauberen Teller und einem abgekochten Stein beschweren, sodass das Kraut vollkommen unter dem Saft liegt.
15 Min
4
Fermentieren & Entlüften
Bei Raumtemperatur (20–22 °C) 3 bis 4 Tage stehen lassen. Täglich mit einem Holzstab mehrmals bis zum Boden stechen, damit Gase entweichen. Wenn es angenehm säuerlich riecht, den Stein abnehmen, das Glas verschließen und in den Kühlschrank stellen.
4 Tage

Worauf es bei Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren ankommt

Die 2%-Salz-Formel: Für perfektes Sauerkraut gilt die eiserne Faustregel: Genau 20 Gramm Salz pro 1 Kilogramm gehobeltem Kohl (also 2 %). Zu wenig Salz lässt Schimmel wachsen, zu viel Salz hemmt die Milchsäurebakterien.
Täglich mit dem Holzstab stechen!: Während der 3–4 Tage Gärung bei Raumtemperatur steigen Kohlendioxid und bittere Schwefelgase auf. Steche täglich 2-mal mit einem sauberen Holzkochlöffelstiel bis zum Topfboden durch! Lässt man die Gase nicht entweichen, schmeckt das Kraut am Ende bitter.
Servieren mit Zwiebel & Sonnenblumenöl: Sauerkraut wird in Russland oft kalt als Salat gegessen: Nimm 2 Hände voll Kraut, mische dünne Ringe rohe Zwiebel darunter und beträufle es mit aromatischem, unraffiniertem Sonnenblumenöl (das nach gerösteten Kernen duftet).

Häufige Fehler vermeiden

  • Jodsalz verwenden — Jod und Rieselhilfen töten Milchsäurebakterien ab. Verwende ausschließlich reines, unjodiertes Steinsalz oder Meersalz.
  • Das Kraut nicht unter Flüssigkeit halten — jedes Krautblättchen, das an die Luft ragt, schimmelt. Immer mit einem Teller und einem sauberen, schweren Stein beschweren.

So wird Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren jedes Mal anders

Mit ganzen Äpfeln im Fass
Kleine säuerliche Äpfel (z. B. Antonowka) als Ganzes zwischen die Krautschichten schichten – die Äpfel fermentieren mit und schmecken genial prickelnd.

Häufig gefragt zu Kwaschenaja Kapusta — Knackiges russisches Sauerkraut mit Karotte & Preiselbeeren

Nach 3–4 Tagen warmer Gärung schmeckt es angenehm säuerlich. Danach sofort kühl stellen (Kühlschrank oder Keller unter 8 °C), um den Gärprozess zu verlangsamen.

Passend zu Weißkohl

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