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Rezept · Herbst

Krautstrudla — Geschmorter Weißkohl-Wickelstrudel

Von Johann··Aktualisiert am

Während die klassischen Strudla als reine Teigschnecken über dem Kraut dämpfen, ist die Krautstrudla die meisterhafte Umkehrung des Prinzips: Hier wandert das schmelzend süß geschmorte Kraut direkt ins Innere des Teiges. In den deutschen Siedlungen an der Wiesenseite der Wolga war der Herbst die Zeit der großen Krauternte. Zentnerweise Weißkohl wurde gehobelt, und die besten Köpfe wurden für Krautstrudla reserviert. Der Weißkohl wird dafür mit Zwiebeln und geräuchertem Speck so lange in der Pfanne geröstet, bis er eine goldbraune, fast karamellige Süße entwickelt. Eingeschlagen in einen elastischen Hefeteig und im gusseisernen Bräter mit etwas Rahmbrühe gebacken, saugt der Teig die Aromen von Kohl und Rauchspeck auf. Ein Gericht, das nach Kaminfeuer, Steppenwind und wärmender Geborgenheit schmeckt.

Zur Zutatenliste
Küche
Russlanddeutsch
Geeignet für
Herbst- und Wintertage, traditionelle Familienessen
Haltbarkeit
Im Kühlschrank 2 Tage haltbar; schmeckt aufgewärmt noch intensiver.
Vorbereitung
45 Min
Zubereitung
50 Min
Gesamt
95 Min
Portionen
6
Schwierigkeit
Mittel
WolgadeutschKohl-SaisonSchmorgerichtAus dem Ofen Hauptzutat: Weißkohl Russlanddeutsche Küche
Krautstrudla — Geschmorter Weißkohl-Wickelstrudel
Zutaten
Portionen
6
Hefeteig
Weizenmehl (Type 550)450 g
Frische Hefe20 g
Lauwarme Milch220 ml
Butter (flüssig)50 g
Salz1 TL
Zucker0.5 TL
Kraut-Speck-Füllung
Weißkohlsehr fein gehobelt800 g
Geräucherter Bauchspeckin feine Streifen geschnitten150 g
Zwiebelnfein gewürfelt2 Stk
Butterschmalz2 EL
Kümmel (gemahlen oder ganz)1 TL
Paprikapulver edelsüß1 TL
Salz und schwarzer Pfeffer1 Prise
Schmorguss
Gemüse- oder Fleischbrühe200 ml
Schlagsahne oder Schmand100 ml

So gelingt dir Krautstrudla — Geschmorter Weißkohl-Wickelstrudel

1
Hefeteig bereiten
Aus Mehl, lauwarmer Milch, zerbröckelter Hefe, Zucker, flüssiger Butter und Salz einen geschmeidigen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen.
15 Min
2
Kraut raspeln & salzen
Den Weißkohl vom Strunk befreien und in feine Streifen hobeln. Mit 1 TL Salz bestreuen und mit den Händen 2 Minuten kräftig durchkneten, bis er weich wird und Saft zieht.
Das Kneten bricht die Zellstruktur auf und verkürzt die Schmorzeit erheblich.
10 Min
3
Füllung schmoren
In einer großen Pfanne Butterschmalz erhitzen und den Speck knusprig auslassen. Zwiebeln zugeben und glasig schwitzen. Den ausgedrückten Kohl hineingeben und bei mittlerer bis hoher Hitze unter regelmäßigem Wenden 15–20 Minuten schmoren, bis er goldbraune Stellen bekommt. Mit Pfeffer, Kümmel und Paprikapulver würzen. Komplett abkühlen lassen.
20 Min
4
Strudel rollen
Den Hefeteig auf einer bemehlten Fläche zu einem großen Rechteck (ca. 40x50 cm) dünn ausrollen. Die abgekühlte Krautfüllung gleichmäßig darauf verteilen, dabei an den Rändern 2 cm frei lassen. Von der langen Seite her zu einer festen Rolle wickeln.
10 Min
5
In den Bräter setzen
Einen großen Bräter fetten. Die Teigrolle entweder als Schnecke hineinlegen oder in 6 cm lange Stücke schneiden und mit den Schnittflächen nebeneinander hineinsetzen. Brühe angießen.
5 Min
6
Backen & mit Rahm verfeinern
Mit geschlossenem Deckel bei 180 °C Ober-/Unterhitze 35 Minuten backen. Dann den Deckel abnehmen, den Rahmguss darübergießen und weitere 15 Minuten goldbraun backen, bis die Oberseite zart knuspert.
50 Min

Krautstrudla — Geschmorter Weißkohl-Wickelstrudel: Tipps aus der Praxis

Die Kohl-Karamellisierung: Lass dem Kohl Zeit in der Pfanne! Er darf nicht bloß weich dünsten, sondern muss an den Rändern leicht bräunen. Diese Röstaromen verleihen der Strudla ihren unverwechselbaren, tiefen Geschmack.
Kalt füllen: Lass die Kohlfüllung vor dem Ausrollen des Teiges mindestens lauwarm abkühlen. Heißer Kohl weicht die feine Teigbahn auf und macht das Einrollen zur Zerreißprobe.
Der Rahmguss: Gieße 15 Minuten vor Backende eine Mischung aus Sahne und etwas Brühe über die Strudla. Das sorgt für eine glänzende, weiche Kruste und eine köstliche Sauce am Bräterboden.

Häufige Fehler vermeiden

  • Zu feuchte Kohlfüllung — den Kohl nach dem Hobeln mit Salz verkneten und überschüssiges Wasser vor dem Anbraten gut abtropfen lassen.
  • Zu dicker Teig — roll den Teig wirklich dünn aus (ca. 2-3 mm), damit das Verhältnis von saftigem Kraut zu Teighülle harmonisch bleibt.
  • Den Bräter unbedeckt backen — die erste halbe Stunde muss der Deckel draufbleiben, damit der Teig im Kohl-Dampf aufgeht.

Welche Abwandlungen gibt es?

Vegetarische Pilz-Krautstrudla
Den Speck durch kräftig angebratene Waldpilze oder braune Champignons ersetzen und mit einer Prise Muskat abschmecken.
Sauerkraut-Krautstrudla
Die Hälfte des frischen Weißkohls durch gut ausgedrücktes Sauerkraut ersetzen – gibt eine herrlich pikante, säuerliche Note.

Krautstrudla — Geschmorter Weißkohl-Wickelstrudel: die offenen Fragen

Beides ist traditionell: Auf der Wolga-Datscha wurde sie oft im schweren Eisentopf auf der Glut geschmort. Im modernen Haushalt gelingt sie im Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze am gleichmäßigsten.

Bereits gebackene Krautstrudla lässt sich hervorragend portionsweise einfrieren und im Ofen bei 160 °C wieder aufbacken.

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