
Spätsommer heißt: Der Kräutertopf explodiert und der Garten liefert mehr Basilikum, Petersilie und Thymian, als du je frisch verbrauchen kannst. Damit nichts verdirbt, kommt hier die entscheidende Frage – einfrieren oder trocknen? Die Antwort hängt vom Kraut ab.
Die Faustregel: weich einfrieren, hart trocknen
Merk dir diese eine Regel, dann machst du fast nie etwas falsch:
- Weiche, blattreiche Kräuter mit viel Wasser – Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Koriander, Minze – verlieren beim Trocknen ihr Aroma. Sie gehören eingefroren.
- Harte, holzige, ätherisch-ölreiche Kräuter – Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Lorbeer, Majoran – trocknen hervorragend und behalten dabei ihr Aroma.
Der Unterschied liegt im Zellaufbau: Weiche Kräuter bestehen zu einem großen Teil aus Wasser, das beim Trocknen die zarten Blattstrukturen zerstört und die ätherischen Öle mit sich nimmt. Harte Kräuter haben von Natur aus weniger Wasser und dickere Zellwände, die Öle bleiben auch beim langsamen Wasserentzug besser erhalten.
| Methode | Passende Kräuter | Haltbarkeit |
|---|---|---|
| Einfrieren | Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Koriander, Minze | ~6–12 Monate |
| Trocknen | Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Lorbeer, Majoran | ~1 Jahr und mehr |

Einfrieren: so geht's
Am praktischsten ist die Eiswürfel-Methode: Kräuter fein hacken, in eine Eiswürfelform geben, mit Wasser oder Olivenöl aufgießen und einfrieren. So hast du portionierte Würfel, die du direkt in Suppe, Sauce oder Pfanne wirfst. Alternativ ganze Blätter/Zweige auf einem Blech vorfrieren und dann in den Beutel. Beschriften nicht vergessen – gefroren sieht alles gleich aus.
Trocknen: so geht's
Harte Kräuter bündelst du locker und hängst sie kopfüber an einem dunklen, luftigen, warmen Ort auf. Schneller geht's im Backofen bei niedriger Temperatur (Tür einen Spalt offen) oder im Dörrautomaten. Wichtig danach: luftdicht und dunkel lagern, sonst verfliegt das Aroma. Erst beim Kochen zerreiben – ganze Blätter halten länger.
Sonderfall Basilikum
Basilikum ist die Diva unter den Kräutern: Im Kühlschrank wird es schwarz (es mag keine Kälte) und getrocknet schmeckt es nach nichts. Halte es frisch wie einen Blumenstrauß – bei Zimmertemperatur in einem Glas Wasser. Zum Haltbarmachen friere es als Öl-Würfel oder gleich als Pesto ein.
Pesto als cleverste Konservierung
Die wohl beste Art, eine Kräuterschwemme zu retten, ist Pesto: Kräuter mit Öl, Nüssen und Käse pürieren, in Gläser oder Eiswürfelformen füllen, mit einer Schicht Öl bedecken und einfrieren. So hast du den Sommer im Glas. Genauso funktionieren Kräutersalz, Kräuteröl und Kräuterbutter.
Häufig gestellte Fragen
Warum verliert getrocknetes Basilikum sein Aroma komplett? Die für Basilikum typischen Aromastoffe sind besonders flüchtige ätherische Öle, die beim langsamen Trocknungsprozess fast vollständig verdunsten. Bei robusteren Kräutern wie Thymian sind die Öle stabiler gebunden und bleiben erhalten.
Kann man gefrorene Kräuter direkt aus dem Tiefkühler verwenden? Ja, meist sogar ohne vorheriges Auftauen – gefrorene Kräuterwürfel oder -zweige lassen sich direkt in die heiße Pfanne oder den Topf geben.
Wie lange sind Kräuter im Kühlschrank haltbar, bevor man sie konservieren sollte? Weiche Kräuter im Wasserglas halten meist 1–2 Wochen, harte Kräuter im feuchten Tuch ähnlich lange. Danach lohnt sich Einfrieren oder Trocknen, bevor die Qualität sichtbar nachlässt.
Warum sollte man Pesto mit einer Ölschicht bedecken, bevor man es einfriert oder kühl lagert? Die Ölschicht schließt die Oberfläche luftdicht ab und verhindert, dass das Pesto oxidiert und braun wird – ein einfacher, aber wirksamer Konservierungstrick.
Saison & Tag der Kräuter
Jetzt im Spätsommer stehen die Kräuter im Saft – perfekt für den Wintervorrat. Am 28. August ist Tag der Kräuter, und der Saisonkalender für August zeigt, was sonst noch reif ist. Tiefer geht's in den Porträts zu Basilikum, Petersilie und Thymian.
Aus der Ernte wird Vorrat: unsere Pesto-Rezepte

Klassisch geht nichts über Basilikum-Pesto. Würziger wird's mit Rucola-Pesto oder dem herbstlichen Walnuss-Pesto – alle drei lassen sich portionsweise einfrieren.
Du weißt nicht, wohin mit der Ernte? Der Resteverwertung-Finder hat eine Idee.

