Tag der Pilze
Steinpilze, Pfifferlinge — Wald-Content

Woher kommt Tag der Pilze?
Pilze begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden, sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilmittel und in manchen Kulturen als spirituelles Element. Bereits Ötzi, die über 5.000 Jahre alte Gletschermumie, trug Pilze bei sich, vermutlich zu medizinischen Zwecken. Botanisch gehören Pilze weder zum Pflanzen- noch zum Tierreich, sondern bilden ein eigenes Reich mit einer engeren verwandtschaftlichen Nähe zu Tieren als zu Pflanzen, was viele Menschen überrascht. In Deutschland hat das Sammeln von Wildpilzen eine lange Tradition, besonders in waldreichen Regionen wie Bayern, dem Schwarzwald oder Brandenburg, wo Steinpilze, Pfifferlinge und Maronenröhrlinge zu den beliebtesten Sammelpilzen zählen. Die kommerzielle Zucht von Speisepilzen wie dem Champignon begann im 17. Jahrhundert in Frankreich, wo Gärtner entdeckten, dass sich die Pilze in dunklen, feuchten Kellern und stillgelegten Kalksteinminen zuverlässig kultivieren ließen, was die ganzjährige Verfügbarkeit von Zuchtpilzen überhaupt erst ermöglichte. In manchen europäischen Ländern, insbesondere in Osteuropa und Skandinavien, ist die Wildpilzsammlung noch stärker in der Alltagskultur verankert als in Deutschland und wird oft als generationsübergreifendes Familienritual mit festen, über Jahre bewahrten Sammelplätzen gepflegt, deren genaue Lage manchmal wie ein Familiengeheimnis gehütet wird.
3 Fakten zu Tag der Pilze
Quellen: BLE — Champignonverbrauch steigt um 400 Gramm pro Person, Statista — Pilze: Import- und Exportmenge in Deutschland
Warum wird der Tag gefeiert?
Der Tag der Pilze fällt in vielen Regionen in den Spätsommer und Herbst, wenn die Wildpilzsaison in deutschen Wäldern ihren Höhepunkt erreicht. Pilzsammeln ist in Deutschland ein beliebtes Freizeitvergnügen, wobei die genauen Sammelregeln je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind – meist ist das Sammeln kleinerer Mengen für den Eigenbedarf erlaubt, während der gewerbliche Verkauf ohne entsprechende Genehmigung untersagt ist. Pilzsachverständige und Pilzberatungsstellen, die vielerorts von Vereinen oder Apotheken angeboten werden, helfen Sammlern dabei, essbare von giftigen Arten sicher zu unterscheiden, da Verwechslungen mit gefährlichen Doppelgängern wie dem Knollenblätterpilz jährlich zu ernsten Vergiftungsfällen führen können. In der deutschen Küche zählen Pilzgerichte wie Pilzrahmsauce, Pilzsuppe oder gebratene Pfifferlinge zu den herbstlichen Klassikern, während der Champignon als ganzjährig verfügbarer Kulturpilz aus keiner Küche mehr wegzudenken ist. Zuchtpilze wie Champignons, Austernpilze und zunehmend auch Shiitake werden in Deutschland unter kontrollierten Bedingungen angebaut, oft in speziell klimatisierten Hallen, die unabhängig von Jahreszeit und Wetter eine gleichbleibende Ernte ermöglichen. Vegetarische und vegane Küche schätzt Pilze zudem wegen ihrer fleischähnlichen Textur und ihres herzhaften, umami-reichen Geschmacks, weshalb sie häufig als Fleischersatz in Bratlingen, Burgern oder Ragouts verwendet werden. Pilzwanderungen mit fachkundiger Führung erfreuen sich in vielen Regionen wachsender Beliebtheit, da immer mehr Menschen das traditionelle Wissen um sichere Artbestimmung wiederentdecken möchten, das früher oft innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Auch getrocknete Pilze, insbesondere getrocknete Steinpilze, gelten als Delikatesse und werden vor allem in der italienischen Küche für intensiv aromatische Saucen und Risotti verwendet, da der Trocknungsprozess das Umami-Aroma zusätzlich konzentriert. Manche Pilzsorten wie der Austernpilz lassen sich zudem vergleichsweise einfach auf Substraten wie Kaffeesatz oder Stroh selbst kultivieren, weshalb kleine Pilzzucht-Sets für den Hausgebrauch in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben.
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